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Personalgewinnung Angeln, wo auch Fische sind Fokus Unternehmen | von Andreas Maron | 06. Juni 2016 Stellen Sie sich einmal vor, Sie hätten sich eine Top-Angelausrüstung zugelegt - Teleskop- angelrute, Heckbremsrolle, Klappkescher, diverse Haken und Köder. Nun gehen Sie los zum Angeln.
Sie gehen an ein Gewässer, bereiten alles genau vor und werfen Ihre Angel aus. Nach einigen Stunden stellen Sie fest (Sie haben bereits mehrere Haken und unterschiedliche Köder ausprobiert), dass einfach kein Fisch anbeißt. Ziemlich frustriert packen Sie Ihre Ausrüstung zusammen und werden dieses Gewässer wohl nie mehr besuchen. Da erfahren Sie von einem ortskundigen Wanderer, dem Sie auf Ihrem Rückweg begegnen, dass es in diesem Teich schon lange keine Fische mehr gibt. Personalarbeit professionalisieren So ähnlich geht es manchen Personalern, die für die Personalgewinnung im Unternehmen verantwortlich sind. Neue Instrumente und Kanäle halten das Recruitingmanagement unentwegt in Bewegung. Das Ziel: Identifizierung vielversprechender Mitarbeiter auf dem Arbeitsmarkt und der Versuch, mit den potenziellen Bewerbern in Kontakt zu treten und eine dauerhafte Beziehung aufzubauen. Sowohl für Unternehmen als auch für Stellensuchende und Karriereinteressierte ist es nicht immer leicht, mit diesen Entwicklungen Schritt zu halten und sich zu orientieren. Kritisch wird es aber erst dann, wenn beide Parteien dabei nicht die gleiche Richtung einschlagen. Im richtigen Teich fischen Eine aktuelle Studie des Centre of Human Resources Information Systems (CHRIS / Uni Bamberg) in Zusammenarbeit mit dem Karriereportal Monster zeigt, dass genau das gerade passiert. Die Ergebnisse zeigen, wo Recruiter und suchende Kandidaten auseinanderdriften. So wird bspw. deutlich, dass Betriebe und Kandidaten vorhandene Möglichkeiten unterschiedlich stark nutzen, um einen neuen Mitarbeiter oder einen neuen Job zu finden. Beide Gruppen nutzen bspw. Talent-Pools von Unternehmen, persönliche Netzwerke und Karriere-Netzwerke. Zusätzlich bewegen sich die Jobsuchenden (ca. 75%) aber auch auf externen Lebenslaufdatenbanken. Unternehmen nutzen dieses Medium jedoch nur zu rund 38 Prozent. Richtig weit auseinander geht es bei den Karriere- Events für Studenten: 90 Prozent der Unternehmen bieten diese Form der Kontaktaufnahme an, jedoch nur 13 Prozent der Kandidaten sind davon begeistert und nutzen diese. Fakt heute ist, dass vier von zehn Stellen schwierig oder gar nicht zu besetzen sind. So wird die aktive Bewerber-Ansprache (Active-Sourcing) auf mannig- faltigen Wegen zunehmend an Bedeutung gewinnen. Doch die unterschiedliche Nutzung der Kanäle von den Beteiligten führt bereits zu der Einschätzung, dass bestimmte Profile sich schon in einer Art "Überfischung" befinden. Weitere Diskrepanzen A. Bewerbungsverfahren
Unternehmen und Stellensuchende gleichermaßen - Persönliches Anschreiben verliert an Relevanz - Kurzprofile (Daten und Fakten zur Person) werden immer wichtiger, insbesondere auf Karrierenetzwerken und Internet-Stellenbörsen (Möglichkeit, sich von anderen Bewerbern abzuheben)
Bewerbungseingänge in den Unternehmen 75 Prozent präferieren eine Formularbewerbung 23 Prozent sagen Ja zu einer E-Mail-Bewerbung 1 Prozent bevorzugt den Eingang per Post
Launologischer Berater Lernarchitekt | Individualcoach
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B. Bestandteile der Bewerbung C. Bewerbung der Zukunft Anzahl Auf eine Stellenausschreibung kommen durchschnittlich 48 Bewerbungen, von denen 19 genauer begutachtet werden Inhalt 98,9 Prozent der Top 1.000 Unternehmen erachten Videos und Infografiken (noch) nicht als wichtigen Bestandteil einer Bewerbung Art Zwei Drittel der befragten Stellensuchenden bewerten persönliche Kontakte und Referenzen als wichtiges Auswahlkriterium für die Bewerbung Befunde Die Resultate machen deutlich, dass Unternehmen und Karrieresuchende in einigen Bewerbungs- ansichten unterschiedlicher Meinung sind und ihre Bemühungen aneinander vorbeilaufen. Unternehmen tun also gut daran, die Mitarbeiter von morgen individuell und passgenau anzusprechen. So können beide Parteien zusammenkommen und gemeinsame Standards finden. Klare Kommunikation seitens der Unternehmen sowie Feedback der Karriereinteressierten sind dabei essenziell. Erinnern wir uns noch einmal an unseren Angler von oben. Er gibt natürlich nicht auf und fischt am nächsten Tag in einem anderen See - mit Erfolg! Was er allerdings übersehen hat ist das Schild "Angeln verboten". Und nun? Aber das ist ein anderes Thema.
Beliebte Aktivitäten der Stellensuchenden 7,6 Prozent möchten ein Formular ausfüllen; für 6,8 Prozent ein no-go - sie bewerben sich bei dieser Art von Formular-Vorgabe nicht auf die Stelle 83,1 Prozent lieben die E-Mail als den beliebtesten Bewerbungskanal