Unternehmer-Blog_01.jpg Rechteck Rechteck Rechteck
Andreas Maron
Konzepte & Training
Rechteck
Wenn der Chef einen Witz macht Ist Humor im Büro erlaubt? Fokus Unternehmen | von Andreas Maron | 03. Juli 2017 Geht das eigentlich, Humor am Arbeitsplatz? In manchen Branchen ist einem nun wirklich nicht zum Lachen zumute; in Banken beispielsweise, in Rechtsanwaltskanzleien, Arztpraxen oder gar im Finanzamt. Da sind doch eher ernste Themen an der Tagesordnung.
Bewiesen ist, dass Humor im Betrieb für gute Stimmung sorgt, wenn er anerkannt ist und zur guten Unternehmenskultur gehört. Um jedoch eine gute Stimmung unter seinem Kollegenteam zu verbreiten, gehört schon eine Portion Mut dazu, wenn man das erste Mal in einer Mitarbeiterrunde einen humoristischen Beitrag von sich gibt. Keine Clownerie Insbesondere Führungskräfte sind in der komplexen Arbeitswelt von heute gefragt, eine gewisse Kompe- tenz als Stimmungsmanager zu besitzen. Dabei geht es weniger um Clownerie oder ständig scherzhaftes Auftreten. Humor im Büro kann nämlich auch an- strengend sein. Wer ständig Witze reißt, verscherzt es sich leicht mit den Kollegen - und manche Witze ver- kneift man sich am besten von Anfang an. "Wer lacht, hat noch Reserven." Was für ein Witz vom Chef. Was zunächst noch lustig war, nervt irgendwann nur noch und die meisten Mitarbeiter lächeln dann nur noch müde. Doch von mäßigen Witzen abgesehen - Humor am Arbeitsplatz kann auch funktionieren. Im besten Fall fördert er die Kreativität im Team, baut Stress ab und löst angespannte Situationen auf. Was Humor bewirkt `Humor funktioniert in erster Linie über Perspektiv- wechsel`, sagt Katrin Hansmeier vom Deutschen Institut für Humor. `Dinge einmal anders tun als gewohnt, unlogisch denken und damit überraschen - das bringt uns zum Lachen. Gelingt das, kann es ein Team durchaus inspirieren. Und noch mehr: Wer miteinander lachen kann, der harmoniert.` Doch Achtung - Humor im Job sollte immer empathisch eingesetzt werden. Das Maß der Dinge sollte daher sein: "Lasse Deinen Gegenüber gut dastehen." Wenn man einen guten Draht zueinander hat, kann auch mal eine Situation oder ein Verhalten der Kollegin oder des Kollegen liebevoll überhöht werden. Bezeichnungen des Mitarbeitenden als "Held der Arbeit" oder "Mein Ritter" können im humoristischen Sinne dann funktionieren, wenn man auf einer Wellenlänge mit seinem Gegenüber ist. Dann ist Humor wunderbar. Humor aus wissenschaftlicher Sicht `Über Lachen im Büro gibt es bisher nur wenige Untersuchungen`, so Alexander Pundt, wissenschaft- licher Mitarbeiter für Arbeits- und Organisations- psychologie an der Uni Mannheim. Als Forscher beschäftigt er sich mit Fragen der Mitarbeiterführung und der Rolle von Humor. So weiß man über Humor im Alltag, dass eine Ehe besser läuft, wenn die Partner miteinander lachen können. Kichern vertreibt nämlich Frust und Situationskomik beendet oftmals Streit. Alexander Pundt und sein Team wollten wissen, ob die Gute-Laune-Regeln auch für Chefs und ihre Mitarbeiter gelten. Denn eines ist klar: Führungs- kräfte und ihre Teammitarbeiter bewegen sich nicht auf gleicher Ebene. Eine Führungskraft hat Macht, kann Belohnungen vergeben, bestimmt über Auf- und Abstieg. Deshalb wird ein Mitarbeiter meist höflich lachen, wenn der Chef Possen reißt - selbst wenn sie völlig daneben sind. Der Mitarbeiter allerdings wird sich zweimal überlegen, ob er sich einen Witz leisten kann.
Chancen mit Humor Im Humor liegen eine ganze Menge Chancen verborgen. So können es Manager und Führungskräfte mit einem guten Witz oder einer Anekdote schaffen, eine ernste Situation aufzulockern. Untersuchungen der Uni Mannheim zeigen, dass positiver Humor die Beziehung zum Chef verbessert und sich positiv auf die Arbeitsleistung auswirkt. Etwa in einem Meeting. Das Beispiel Ein Team denkt seit Stunden über ein Problem nach und findet einfach keine Lösung. Der Chef blickt kurz vorbei, schaut in die Runde und sagt plötzlich völlig zusammenhanglos: "Hier sieht es aus wie bei meinem Sohn in der 7. Klasse - Jungs rechts, Mädels links. Vielleicht sollten wir mal mischen." Alle schauen überrascht auf, fangen an zu lachen. Das Problem ist zwar noch nicht gelöst. Aber gemein- sames Lachen erleichtert offensichtlich den Weg zur Lösung. Beim Stühlerücken wurde erst einmal geal- bert. Und als die Gruppe wieder beim Thema war, kam die Antwort von ganz allein. Der Witz hatte eine Verbindung geschaffen. Es zeigt sich, wer mit so einem Boss zusammenarbeitet, fühlt sich überdurch- schnittlich wohl. Zugleich ist auch das Vertrauen zum Chef hoch. Das Betriebsklima wird allgemein als gut beschrieben, die Erfolgskurve zeigt nach oben. Humor als Teil von Führungspersönlichkeit Humor sollte man aber auch nicht überschätzen. Denn das ist nur ein kleiner Teil einer Führungs- persönlichkeit. Mitarbeitende werden dann vorsichtig, wenn ein Chef in gleicher Situation, wie oben beschrieben, vielleicht im Frust gewitzelt hätte: Herr Meier, ihr Gesicht ist ja so rot wie Ihre Krawatte, hahaha... Oder: Frau Müller, Ihnen fällt heute sowieso nichts mehr ein, gehen Sie mal Kaffee holen... Die Folge solch taktloser Belustigung: das Team straft seinen Chef ab, denn zynische Chefs sind unbeliebt. Um keine Angriffsflächen zu bieten, ziehen sich die Mitarbeiter zurück, wägen jedes Wort ab. Das Misstrauen ist groß. Da kaum einer glaubt, dass der Chef ihm bei Schwierigkeiten aus der Patsche helfen wird, denken einige sogar daran, die Firma zu wechseln. Humorbilanz verbessern Positiv wirkenden Humor kann man übrigens lernen. In Humortrainings üben die Teilnehmer in Sketchen, auch mal über sich selbst zu lachen. Ein Witzetagebuch hilft dabei, die persönliche Humorbilanz zu verbessern. Wie ist es um Ihre Gute-Laune-Regeln im Unter- nehmen bestellt? Gehört gute Stimmung bei Ihnen zur Kultur? Ist sie respektvoll und motivierend zugleich? Lassen Sie sich doch Ihren guten Teamspirit mit Brief und Siegel launologisch zertifizieren mit meinem Programm `Prima Klima`. Mehr dazu hier... http://www.andreasmaron.de/prima-klima.html
Launologischer Berater Lernarchitekt | Individualcoach
Rechteck